Es geht nicht so sehr darum, die richtigen Produkte zu „basteln“, sondern vielmehr darum, die richtigen Fragen zu stellen, um so den richtigen Kundennutzen zu erkennen und ihn nachhaltig besser als die Konkurrenz zu befriedigen.
Evolutionäre Innovation: baut auf Bekanntem auf und verwirklicht schrittweise einzelne Verbesserungen. Hier geht es vor allem um gute Planung, exzellente Kenntnis der Kundenbedürfnisse, präzises Analysieren und gutes Projekt-Management. Methoden: Funktions-Nutzen-Modellierung, Kaufmotive-Analyse, QFD, FMEA, etc.
Revolutionäre Innovation: diese ist schlecht planbar, erfordert vor allem Intuition, Risikobereitschaft, Durchhaltevermögen. Diese Art kann aber dafür zu bahnbrechenden Produkten führen, neue Märkte schaffen, ... Methoden: TRIZ, SIT, NiMM
Probleme zu lösen ist eine reaktive Vorgehensweise.
Ziel ist es, ein kränkelndes System zu heilen. Auch das kann notwendig sein - leider...
Schöner - und langfristig auch deutlich erfolgreicher - ist es, proaktiv zu sein. Das heißt, in die Zukunft zu schauen und ein Verhalten an den Tag zu legen, das dazu geeignet ist, die Zukunft zu gestalten!
Ziel ist es hier, gesunde Systeme noch stärker, resistenter zu machen.
Das schafft Wettbewerbsvorsprünge, das generiert USPs.
TRIZ ist das russische Akronym für „Theorie des erfinderischen Problemlösens“ (Teoriya Resheniya Izobretatelskih Zadach; wörtlich übersetzt: Theorie Lösung erfinderische Aufgaben) und ist ein empirischer und hoch-systematischer Innovations-Ansatz.
TRIZ - key-facts
die Lösung von Widersprüchen ist das zentrale, immer wieder vorkommende Element in Patentschriften
viele Probleme wurden in anderen Branchen unter anderem Namen, aber durchaus inhaltlich vergleichbar, schon gelöst
Kreativität kann erlernt werden
der innovative Prozess kann systematisch strukturiert werden
die präzise Beschreibung eines Problems alleine führt häufig schon zu kreativen Lösungen für das Problem selbst
die Weiterentwicklung technischer Systeme folgt bestimmten Grundregeln
Ziel jeder guten Innovation ist das ideale Design (auch wenn das nicht zu 100% erreichbar sein wird)
Ein Beispiel...
Vor dem Eindosen von Paprika müssen Stengel und Samen von der Schote getrennt werden. Eine Automatisierung dieses Prozesses war zunächst nicht möglich, da die Paprika leider nicht alle gleich groß sind...
Die Erfindung war (1968):
Schoten in luftdichtes Gefäß
--> Druck erhöhen
--> Risse entstehen (an der schwächsten Stelle, also beim Stengel)
--> Luft dringt in die Schote
--> schneller Druckverlust
--> Schote zerplatzt (dort wo die Risse sind)
--> die Samen werden durch die Luft im Inneren nach oben rausgeschossen
Ein ganz ähnliches Verfahren wird für das Schälen von Kastanien verwendet (1982)
Etwa 10 Jahre später wurde ein ganz ähnliches Verfahren für das Schälen von Scampi und Krill patentiert (1990)
Analog wird durch Aufbrechen bei schnellem Druckabbau aus kristallinem Zucker Puderzucker.
Fast weitere 10 Jahre später wurde ein Patent zur Filterreinigung durch rasches Entspannen eines Luftüberdrucks angemeldet (1998) ...
Was TRIZ ist und was es nicht ist
TRIZ ist eine Methodik zur Erzeugung von Lösungskonzepten
Ziel ist es, Ideen zur zielorientierten Lösung von Problemen zu generieren
es ist nicht das Ziel, komplett ausgestaltete, ingenieurmäßige Lösungen zu liefern
Die konkrete Lösung findet sich zwar in den gefundenen Konzepten, muss aber im Detail noch ausgearbeitet werden
Vorteile: deutlich mehr Ideen; nicht nur Ideen, auf die alle anderen auch kommen; konkrete Lösungsansätze auch bei Widersprüchen
Nachteile: schneller ist man nicht (aber besser!); man braucht Leute, die offen für Neues sind